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Angedacht

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit dem ersten Advent beginnt eine Zeit großer Hoffnungen und Erwartungen. In dieser Zeit, in der wir uns auf Weihnachten vorbereiten, wünschen wir uns ganz besonders, dass es weniger anspruchsvoll und weniger hektisch zugeht und dass Harmonie einkehrt in den Familien. Viele hoffen, dass die Menschen in unserer Nähe und die Völker auf der ganzen Welt Frieden finden. Aber in dieser Zeit, in der wir uns auf Weihnachten vorbereiten, auf den, der Frieden in die Welt bringen soll, wird uns ganz besonders schmerzlich bewusst: es ist kein Friede auf Erden. 

In wie vielen Familien brechen gerade an Weihnachten Konflikte auf, nicht nur, weil die Erwartungen
so groß sind, sondern auch, weil alle unterschiedliche Erwartungen haben?! In unserem reichen Land leben auch im Dezember Menschen auf der Straße. Fremdenfeindliche Parolen werden in ganz Europa immer lauter. Und kein Krieg auf der Welt wird beendet, weil die Christen Weihnachten feiern.

Was aber können wir erwarten, was dürfen wir hoffen? Im Advent? An Weihnachten?

Der Evangelist Lukas erzählt in seiner Weihnachtsgeschichte (Lukas-Evangelium, Kapitel 2), dass Gott in einem kleinen Kind auf die Erde kommt. Der Lukas bringt dieses armselige Neugeborene mit dem damals mächtigsten Herrscher der Welt, mit Augustus, in einen Zusammenhang: Seine Geburt begab sich zu der Zeit, als ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging. Er gibt damit der auf den ersten Blick völlig unspektakulären Geburt eines Flüchtlingskindes – das war Jesus ja in der Tat – einen Platz in der Weltgeschichte.

Was hier geschieht, betrifft die ganze Welt und jeden Menschen auf ihr. Ein kleines Kind verkehrt die Maßstäbe der Welt. Da zählt nicht mehr die Macht des Stärkeren. Da zählen nicht mehr Steuerlisten und Geld. Du wirst nicht mehr eingeschätzt nach Leistung und Vermögen. Gott ist es, der dich schätzt. Er schätzt dich nicht ein. Er schätzt dich. Und er schätzt jeden Menschen auf der Erde.

Frieden bedeutet, dass wir das glauben: Gott liebt mich. Und er liebt jeden Menschen auf der Erde. Seine Zusage gilt allen Menschen. So kommt der Himmel auf die Erde.

Ihre Pfarrerin   
Mechthild Böhm

(Den vollständigen Beitrag finden Sie in Die Brücke 1/2018-19, S. 4-5)

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