Menu
Menü
X

Angedacht - Spuren

Liebe Leserin, lieber Leser,  

mit Wucht hat meine Freundin die Tür zugeschlagen. Wir hatten uns verab-schiedet, ich wollte nach Hause gehen. Sie hat nicht gemerkt, dass ich noch meine Hand im Türrahmen hatte. Meine Hand hat furchtbar geblutet und schreck-lich weh getan, und ihr hat es natürlich sehr leid getan. Wir waren damals beide elf Jahre alt. Die Narbe an dem gequetschten Finger habe ich bis heute – und auch unsere Freundschaft besteht bis heute:

Sie hat Spuren hinterlassen.

Was wir in unserem Leben erleben, hinterlässt sichtbare Spuren:

Narben, die an Verletzungen, kleinere Unfälle oder größere Operationen erinnern, Lachfalten um die Augen, Sorgenfalten auf der Stirn, Schwangerschaftsstreifen am Bauch. Andere Spuren tragen wir nicht an unserem Körper, sondern in unserer Seele: das Gefühl von kindlicher Geborgenheit, wenn meine Mutter eine Tasse warme Milch vor mich hinstellte. Oder der Schmerz von gebrochenem Vertrauen.

Wir denken in diesem Sommer auch an andere Spuren: der Abdruck eines klobigen Astronautenstiefels im Staub des Mondes ist nun 50 Jahre alt. Eine Spur, die Neil Armstrong, der erste Mensch auf dem Mond, dort hinterlassen hat.

Und viel, viel älter ist der vermeintliche letzte Fußabdruck von Jesus in der Himmelfahrtskapelle, auf dem höchsten Punkt des Ölbergs bei Jerusalem. Eine "geglaubte" Spur...

Und das glaube ich: Jesus Christus hat Spuren hinterlassen. Keine sichtbaren Spuren, die heute noch vor unseren Augen wären. Aber er hat Spuren hinterlassen in den Herzen der Menschen.

Spuren, die uns Kraft geben, mit Narben und Falten zu leben.
Spuren, die die Seele frei und froh machen.

Suchen Sie doch mal nach Spuren, die Jesus Christus in Ihrem Leben hinterlassen hat ...

Gesegnete Spurensuche!
 
Ihre Pfarrerin
Mechthild Böhm

 

Gott, du krönst das Jahr mit deinem Gut und deine Spuren triefen von Segen (Psalm 65, 12)

 

(Den vollständigen Beitrag finden Sie in Die Brücke 3/2019, S. 4-5)

 

 

 

top