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Angedacht

Wasser des Lebens

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn ich in der Gemeinde einen Besuch mache, werde ich oft gefragt: „Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten? Ein Wasser? Einen Kaffee?“ Und auch im Restaurant fragt die Bedienung als Erstes: „Was möchten Sie trinken?“

Trinken, den Durst löschen, das ist für den Menschen lebenswichtig. Jeder Mensch kann eine Zeit lang fasten und auf feste Nahrung verzichten. Aber auf Wasser nicht. Ohne Wasser überlebt der Mensch nur wenige Tage. Es ist ein Segen, dass wir in einem Land leben, in dem die Versorgung mit Trinkwasser (noch) selbstverständlich ist. Niemand muss Durst leiden. Jedenfalls nicht nach Trinkwasser. Wir sind nicht durstig.

Nein, nicht nach Trinkwasser. Aber es gibt einen großen Durst nach Erfrischung und Stärkung, nach wirklichem Leben und nach Sinn. Wer in dieser Weise durstig ist, ist lebendig. Erfüllt mit Lebensdurst und Sehnsucht. Wir Menschen sind lebensdurstig – und das mit Leib, Seele und Geist.

Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“

Die Jahreslosung für das Neue Jahr 2018 steht im Neuen Testament (Offenbarung 21,6) und ist eine große Zusage für die, die durstig sind. Durstig nach mehr als nach dem, was ich mir selbst nehmen kann. Gott will mir umsonst geben, wofür ich nicht selbst sorgen kann. Er lädt mich ein zur Quelle des lebendigen Wassers. Umsonst.

Ihre Pfarrerin

Mechthild Böhm

(Auszug aus: Die Brücke 1 (2017/18), S. 4)

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